Wie funktioniert die Creative Commons-Lizenz?

Für unsere unkommerzielle Fotoplattform für gesellschaftskritische Bilder läuft die Crowdfunding-Kampagne noch bis 16. Dezember 2018! Die Fotos, die auf fotopia zu finden sein werden, laufen dann unter anderem unter der nichtkommerziellen Creative Commons Lizenz (CC). Viele von euch werden sich fragen: was bedeutet das eigentlich? Im Folgenden wollen wir euch einen kleinen Einblick in die Welt der CC-Lizenzen geben.

Wenn FotografInnen Bilder im Netz hochladen, sind diese in der Regel urheberrechtlich geschützt. Das heißt, sie dürfen nicht ohne Erlaubnis von anderen genutzt, geteilt oder verwendet werden. Wenn aber der oder die FotografIn eigene Bilder mit einer Creative-Commons-Lizenz versieht, kann er oder sie damit Nutzungsrechte für die Bilder erteilen, die abseits der klassischen Lizenzvarianten liegen und über das Urheberrecht hinausgehen.

Das heißt im Klartext, der oder die FotografIn kann z.B die kommerzielle Nutzung der eigenen Bilder untersagen, aber gleichzeitig diese für nicht-kommerzielle Zwecke frei verfügbar anbieten. So können FotografInnen z.B. die Arbeit von ehrenamtlich arbeitenden Gruppen unterstützen.

Der Grundgedanke der Creative Commons

Creative Commons wurde als eine gemeinnützige Organisation 2001 in den USA gegründet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt für das freie Zirkulieren von Wissen zu sorgen. Dazu haben die GründerInnen spezielle Lizenzierungen geschaffen, mit denen das möglich werden soll: die Creative Commons. Was übersetzt so viel heißt wie „schöpferische Gemeingüter“.

Es gibt insgesamt sechs verschiedene CC-Lizenzen, die sich derzeit zwischen einem Copyright, das die Nutzung nur mit Einwilligung des Urhebers erlaubt, und der Gemeinfreiheit für eine uneingeschränkte Nutzung zu jedem Zweck bewegen. Die CC-Lizenzen können für alle Werke genutzt werden, die eineN UrheberIn haben. Das heißt, bei uns soll es zwar um Fotos gehen, aber im Grunde gelten diese Lizenzen für alle (künstlerischen) Werke, damit sind auch Videos, Texte, Musik etc. gemeint. Die Texte der Wikipedia stehen z.B. auch unter den CC Lizenzen. Eine vollständige Übersicht der verschiedenen CC-Lizenzen findet ihr hier: https://creativecommons.org/licenses

Einfache Lizenzen, auf einen Blick transparent

Der große Vorteil dieser Lizenzen ist, das alle auf einen Blick die Freiheiten und Einschränkungen der Bilder erkennen können und nicht erst in Kontakt zueinander treten müssen. Für alle bedeutet dies eine hohe Rechtssicherheit, denn die Lizenzen sind untereinander kombinierbar. So können sich alle wie aus einem Baukasten ihre gewünschte Lizenz selbst zusammenstellen. Das erspart juristischen Aufwand. Die UrheberInnen müssen sich allerdings darüber im Klaren sein, dass eine CC-Lizenzierung endgültig ist. Einmal dafür entschieden, kann sie nicht mehr widerrufen werden.

Trotzdem können sich CC-Lizenzen am Ort der Veröffentlichung ändern, dürfen aber nie restriktiver werden. Das heißt, UrheberInnen können den NutzerInnen immer mehr, aber nie weniger Rechte einräumen.

Wie man Creative Commons Material mit einer richtigen Quellenangabe versieht

Bei allen Freiheiten, die CC Lizenzen einräumen, ist anderseits ganz genau vorgeschrieben, wie ihr solche Werke kennzeichnen müsst, wenn ihr sie verwendet. Deshalb solltet ihr eine große Sensibilität bei der Nutzung bzw. Einbindung CC-lizenzierter Bilder haben. Ihr müsst auf korrekte Angaben achten.

Um CC-Bilder richtig einzubinden, solltet ihr die folgenden 5 Regeln beherzigen:

  1. Nennt den/die FotografIn beim vollen Namen. Habt ihr nur den Profilnamen (z.B aus einem Bildportal), reicht dieser.
  2. Verlinkt zur Bildquelle, also dem Ort, wo ihr das Bild her habt. Der Link muss genau auf das Foto verweisen. Diese Verpflichtung gilt übrigens auch für Printmedien. Manchmal werden am Veröffentlichungsort daher auch Kurzlinks angeboten.
  3. Gebt den Bildtitel an, der dort genannt ist. Existiert keiner, könnt ihr ihn weglassen. Aber selbst unsinnige Titel wie „DCIM_20181129.jpg“ müsst ihr nennen.
  4. Gebt die genaue Creative Commons Lizenz inkl. der Versionsnummer an, unter der das Foto veröffentlicht wurde.
  5. Verlinkt auf die passende Lizenzurkunde und achtet dabei auch auf die korrekte Versionsnummer. Die Urkunden findet ihr am Ort der Veröffentlichung oder auf creativecommons.org/licenses

Falls der oder die NutzerIn eine nachträgliche Bildbearbeitung vorgenommen hat, sollte diese ebenfalls ausgewiesen werden.

Die Nutzung von CC-Lizenzen vereinfacht die Verbreitung und Verwendung von Bildern. Dabei profitieren NutzerInnen sowie FotografInnen gleichermaßen.

Mit Fotopia wollen wir FotografInnen mehr Kontrolle über die Verwendung Ihrer Fotos ermöglichen und MacherInnen von alternativen und unkommerziellen Medien davor bewahren, ihre Zeit und Kraft bei der endlosen Suche nach passenden Fotos zu vergeuden oder in existenzbedrohende Urheberrechtsstreits zu geraten.

Unterstütze Fotopia

Durch Fotopia sollen Creative-Commons-Bilder für sozial engagierte, journalistische Fotografie im Netz für alle leicht zugänglich und gut verschlagwortet zu finden sein. Unterstütze uns dabei, alternative MedienmacherInnen zu einer Crowd-Fotoagentur zusammen zu bringen!

Hier findet ihr unsere Crowdfunding Kampagne: https://www.startnext.com/fotopiacc. Mitmachen, weitersagen, spenden.