Was ist fotopia?

Wir brauchen einen nichtkommerziellen Creative-Commons-Bilderdienstes für sozial engagierte, journalistische Fotografie im Netz.

Fotopia.cc soll eine Webplattform sein, die alternative Medien und ihre MacherInnen unterstützt. Und zwar in dem Moment, in dem sie Fotos benötigen oder selbst anderen zur Verfügung stellen wollen. Die Bandbreite der Fotos bildet dabei zumeist wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge ab. Die Bilder entstehen an den zahlreichen Orten unserer Auseinandersetzung: Auf politischen Veranstaltungen, Demonstrationen oder zu Aktionen. Wir wollen Bilder aus der Bewegung für die Bewegung. In großer Auswahl (inhaltlich als auch ästhetisch), kostenlos, frei, schnell und gut auffindbar. Herkunft der Bilder sind die Kameras, Stifte und Kreativwerkzeuge der vielen ambitionierten FotografInnen und AktivistInnen. Ihre Bestimmung ist die Weiterverwendung in unkommerziellen, engagierten Medien jeder nur denkbaren Form.

Unsere Ziele

  • Alternativen und kritischen Journalismus unabhängiger machen von Geld, großen Konzernen und Verwertungszwängen
  • FotojournalistInnen mehr Kontrolle über die Verwendung Ihrer Fotos ermöglichen
  • Größere Vielfalt und bessere Verständlichkeit alternativer Medien durch gute Illustration und starke Bilder
  • Austausch von FotografInnen, Präsentation und Würdigung ihrer Arbeit
  • Unabhängige und direkte Quelle für (fotografische) Berichterstattung u.a. über Protest, soziale Bewegungen und Gesellschaftskritik
  • Höhere Rechtssicherheit gegenüber Urheberrechtsverletzungen im kritischen Journalismus, sowie Schaffung einer gemeinfreien und unkommerziellen Kultur

Ausgangssituation

Fotos können im Netz nur theoretisch frei publiziert werden. Kritische FotojournalistInnen können nicht sicherstellen, dass ihre Fotos wirklich breit verwendet werden können. Wenn die Bilder gefunden werden sollen, wo sie gebraucht werden, kommt man an den großen Bild-/Fotoagenturen nicht vorbei. Dort heißt es meist: jegliche Rechte abtreten, die Verwendung der Bilder unterliegt überwiegend Verwertungsinteressen. Die Bildschaffenden hören de facto auf die UrheberInnen ihrer eigenen Bilder zu sein.

Parallel dazu: Unkommerzielle Medien können sich Bilder von Fotoagenturen nicht leisten. Bei kostenlosen Anbietern (wie flickr, Teil des Yahoo-Konzerns) gehen durchaus vorhandene gute, journalistische Fotos im Rauschen der Party- und Urlaubsfotos unter. Bei diesem Beispiel zeigt sich zudem eines sehr deutlich: Die schädliche Abhängigkeit kommerzieller Angebote. Flickr beschränkt in China bereits heute seine Ergebnismenge nach Kriterien, die niemand genau kennt. Semiprofessionelle FotojournalistInnen veröffentlichen ihre Fotos manchmal noch auf eigenen privaten Seiten oder belassen sie gänzlich auf der heimischen Festplatte.

Es fehlt ein zentrales Angebot, bei dem die (bleibenden) Rechte am Bild als auch minimale Kontrolle über die Verwendung der Fotos bei gleichzeitig nennenswerter Veröffentlichung sichergestellt sind. Es ist für alternative Medien beinahe unmöglich regelmäßig gutes Fotomaterial von unabhängigen, weil unkommerziellen Quellen zu beziehen.

NutzerInnen

Wir stellen nicht in Frage, dass FotografInnen für ihre Arbeit entlohnt werden. Wir wollen dafür innerhalb der Plattform einen bedürfnisorientierten Weg finden. Die Frage ist: Wissen kommerzielle Bildagenturen diese Arbeit besser zu würdigen als kritische MedienmacherInnen selbst? Wir denken: Nein! Der unmittelbare Kontakt und Austausch der FotografInnen mit den NutzerInnen können und sollen die Wertschätzung sichern; freiwilliges Micropayment u.Ä. auch die finanzielle Unterstützung.

A) UploaderInnen

Diejenigen, die Fotos machen und diese auch veröffentlichen wollen.

  • Kritische/alternative FotografInnen und FotojournalistInnen
  • Gewerkschaften, NGOs die laufend eigene Bilder ins Netz stellen
  • Parteien und politische Initiativen, wie BürgerInneninitiativen, Öko-Gruppen usw.
  • Semiprofessionelle- und Hobby-FotografInnen, die bei politischen Aktionen Bilder machen oder gezielt Fotos zu gesellschaftskritischen Themen anfertigen

B) Downloader

Diejenigen, welche die Fotos verwenden möchten.

  • Kritische JournalistInnen, die für ihre Recherche fotografische Quellen nutzen
  • Gewerkschaften, NGOs, Parteien, politische Initiativen, die selbst publizieren und eigene Medien produzieren
  • BloggerInnen, BetreiberInnen von Webseiten usw.
  • Ökogruppen, Antifa-Kollektive usw., die Gelegenheitsdrucksachen (Prospekte, Broschüren, Flugblätter) herausgeben möchten

Als NutzerInnen sehen wir hauptsächlich gesellschaftskritische und progressive MedienmacherInnen und Organisationen. Sie betreiben eigene Websiten, bringen Flugblätter heraus, gestalten eigene Zines bis hin zu alternativen Wochen- oder Monatszeitschriften. Der multiplikatorische Aspekt ist eine zentrale Idee des Projektes. Wenig bis gar nicht genutzte Bilder werden publiziert und entfalten so ihre Wirkung.

Vom Versuch der Zusammenführung beider Gruppen profitieren alle. Die abgebildeten Inhalte erfahren eine höhere Beachtung und Verbreitung. FotografInnen erhalten die Möglichkeit, ihr Schaffen bekannt zu machen und dabei politische/soziale Bewegungen zu unterstützen. MedienmacherInnen, welche die Bilder weiterverwenden, sparen Zeit bei der Suche oder finden diese Inhalte überhaupt.

Umsetzung

Unser Anspruch als unkommerzielles Projekt soll schon in der Entstehungsphase gelten. Trotzdem rechnen wir mit Gesamtkosten von ca. 30.000 Euro, die wir über Spenden und Stiftungsmittel decken müssen. Die meisten Kosten schlagen bei der Programmierung zur Buche. Für den dauerhaften Betrieb der Seite fallen dann Kosten an, die ggf. sozial gestaffelt auf die DownloaderInnen verteilt werden können. Die inhaltliche Ausrichtung wird durch die Community  gepflegt. Derzeit suchen wir händeringend nach Organisationen oder Personen die von unserer Idee so begeistert sind wie wir – und sie finanziell unterstützen wollen. Eine detaillierte Konzeption, einen Kostenplan und technische Spezifikationen senden wir gerne zu!