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1519 mal Unterstützung für fotopia.cc

Unser Crowdfunding für fotopia lief sechs Wochen. Das Ziel haben wir leider nicht erreicht. Trotzdem war die Kampagne wertvoll für uns, denn wir haben viel Feedback von euch erhalten und so in der Zeit einiges gelernt. Wie es nun weiter geht.

Zu erst möchten wir uns bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern bedanken, die von Anfang November bis Mitte Dezember insgesamt 1519 Euro eingezahlt haben. Da wir eine Alles-oder-Nichts-Kampagne gestartet hatten, ist das Geld in den letzten Tagen an alle zurück geflossen.

Jede Unterstützung ob finanziell oder mündlich hat uns während der Kampagne enorm motiviert. Wir haben viele linke und emanzipatorische Medienprojekte angeschrieben. Einige haben unsere Unterstützungsanzeigen geschaltet, Texte über uns veröffentlicht oder uns viel Erfolg gewünscht. Wir haben mit vielen Menschen persönlich oder via social media über das Projekt gesprochen. Das hat unsere Bekanntheit und die Sensibilität für das Problem enorm vergrößert. Uns erreichten Verbesserungsvorschläge und kritische Hinweise oder wir bekamen einfach Zuspruch.

Was für uns am erstaunlichsten war: Ganz oft sind Menschen an uns herangetreten und haben uns eigene Fotos als Unterstützung angeboten. Das zeigt, viele sind bereit, für eine progressive Fotoplattform aus der Bewegung für die Bewegung Fotos zu spenden. Auch konkrete Unterstützung bei der Umsetzung wurde uns angeboten. Zum Beispiel in Form von Programmier- oder Konzeptionserfahrung. Damit hat uns die Kampagne eine positive Antwort auf die Frage geliefert, ob ein konkreter Bedarf für unser Projekt besteht.

Was wir gelernt haben

Professionell arbeitende Fotograf*innen haben uns während der Kampagne auf die Schwierigkeiten hingewiesen, die eine Veröffentlichung von Fotos unter der Creative Commons Lizenz mit sich bringt. Immer wieder wurde genannt, dass CC-Lizenzen keine hinlängliche Kontrolle darüber bieten, wer die Fotos nutzt. Es sei schlecht möglich, einen rassistischen oder sexistischen Kontext bei der Nutzung auszuschließen.

Außerdem wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass das Modul „nicht-kommerziell“ (nc) nicht trennscharf genug sei. Große Medien, wie etwa der öffentlich-rechtliche Rundfunk wären per gesetzlicher Definition ohne Gewinnerzielungsabsicht, hätten aber viel Budget um Fotograf*innen zu bezahlen.

Für diese Hinweise sind wir dankbar und mit diesen Themen beschäftigen wir uns bereits seit längerem. Nur durch den Austausch mit euch können wir diese Herausforderungen bewältigen und dafür sorgen, dass alle bei der Umsetzung der Projektidee gewinnen.

Wir werden in Zukunft unser Konzept dahingehend anpassen, eine eigene fotopia-Lizenz anzubieten. Erste Gedanken von uns sind, diese an die Creative Commons anzulehnen und durch Modifikation unter anderem die oben genannten Probleme zu beheben. Für uns ist größtmögliche Kontrolle der Nutzer*innen über die Verwendung ihrer Fotos eine der wichtigsten Ziele von fotopia.

Was als nächstes passiert

Natürlich hatten wir gehofft das Fundingziel zu erreichen. Das hätte uns viel weitere organisatorische Arbeit erspart und mehr Flexibilität gewährt. Wir sind aber noch nicht am Ende unserer Ideen, wie wir fotopia verwirklichen können.

Vor unserem Crowdfunding hatten wir bereits Stiftungen angeschrieben, die mit Absagen reagiert haben. Den Grund sehen wir vor allem in deren Förderkonzeption. Stiftungen fördern nur zeitlich klar abgrenzbare Projekte. Dazu gehören zum Beispiel Workshops, Seminare, Ausstellungen, Reisen, oder auch Veranstaltungen. Ein Infrastrukturaufbau im Sinne von fotopia fällt in der derzeitigen Förderungslandschaft durchs Raster. Wir haben zwei Stiftungen im Blick, bei denen das anders sein könnte. Mit dem medialen Zuspruch der Kampagne im Rücken treten wir nun an diese heran.

Auf der zweiten Schiene werden wir den Ansatz von fotopia in Entwickler*innen-Communities wie codeberg.org tragen. Auf solchen Webplattformen versammeln sich viele Programmierer*innen, um frei einsehbaren Code weiterzuentwickeln. Die Open-Source bzw. Freie-Software Gemeinde ist groß und kann sehr wirkungsvoll sein. Sie hat viele heute unverzichtbare digitaler Infrastrukturen geschaffen, darunter das freie Betriebssystem Linux, das bekannte Textverarbeitungsprogramm LibreOffice (ehemals OpenOffice) oder das mächtige Web-Content-Management-System WordPress. Mit ihrer Hilfe hoffen wir fotopia entwickeln zu können.

Wie ihr mit uns in Kontakt bleiben könnt

Auf unserer Seite fotopia.cc habt ihr weiterhin die Möglichkeit mit uns in Kontakt zu bleiben. Folgt uns in den sozialen Netzwerken, besucht unseren Blog oder tragt euch in den Newsletter ein. Wenn es Neuigkeiten gibt, erfahrt ihr es auf diesen Wegen am ehesten.

Wir wünschen euch und fotopia ein maximal erfolgreiches 2019!

Euer Fotopia-Team